Wenn Pflege das Leben verändert: Eine Gruppe für Pflegekräfte und ehemalige Pflegekräfte wird ins Leben gerufen
Man wird Pflegeperson, ohne es gewollt zu haben: In Bozen entsteht eine neue Selbsthilfegruppe in italienischer Sprache für alle, die sich um einen geliebten Menschen kümmern – oder gekümmert haben. Denn gerade ehemalige Pflegepersonen, also diejenigen, die diese Rolle jahrelang ausgeübt haben, sehen sich nach dem Tod der betreuten Person mit einer tiefen Leere konfrontiert und stehen vor der Herausforderung, ihren Alltag neu zu gestalten.
In Bozen startet in Kürze eine neue italienischsprachige Selbsthilfegruppe für Pflegepersonen, die ins Leben gerufen wurde, um diejenigen zu unterstützen, die – oft ohne es sich ausgesucht zu haben – einen geliebten Menschen pflegen. Eine wichtige Neuerung ist, dass die Gruppe auch ehemaligen Pflegepersonen offensteht, also jenen, die diese Rolle jahrelang ausgeübt haben und die nach dem Tod der gepflegten Person mit einer tiefen Leere und der Notwendigkeit konfrontiert sind, ihren Alltag neu zu gestalten.
Tatsächlich ist der Übergang zur Pflegeperson für fast alle ein plötzlicher Schritt: Von heute auf morgen findet man sich in einer Situation wieder, die körperliche, geistige und emotionale Energie erfordert. Die ersten Phasen sind oft von Schock, Ratlosigkeit und Angst geprägt; es folgen die Anstrengungen der täglichen Pflege, Einsamkeit und ein Gefühl der Hilflosigkeit. Wenn der geliebte Mensch dann nicht mehr da ist, beginnt eine weitere, ebenso heikle Phase: Man wird zum trauernden Pflegenden. Wer jahrelang rund um die Uhr im Einsatz war, muss nun sein Leben neu organisieren, Beziehungen wieder aufbauen und eine soziale Rolle finden. Ein wenig beachteter Zustand, der auch erhebliche Risiken für die psychische Gesundheit mit sich bringen kann, vor allem bei älteren Menschen.
Die neue Selbsthilfegruppe mit dem Titel „Il cammino del caregiver“ (Der Weg der Pflegeperson) wurde genau dafür ins Leben gerufen, all diese Phasen zu begleiten: den Anfang, den Pflegealltag und die Zeit danach. Sie bietet einen einladenden und geschützten Raum, in dem man Anstrengungen, Emotionen und tiefe Erfahrungen teilen und durch den Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen machen – oder gemacht haben –, Trost und Orientierung finden kann. Durch den Austausch können die Teilnehmenden eine Art „mentale Landkarte“ ihres eigenen Weges erstellen: Sie können verstehen, wo sie sich befinden und in welche Richtung sie gehen. Die Treffen finden auf Italienisch statt, beginnen im April in Bozen und sind für jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat vorgesehen.
Für Informationen und Anmeldungen wenden Sie sich bitte an Vanda unter der Telefonnummer 349 6028158.
















